Heiner Menker berichtet über
den Bau seiner
Sopwith Pup
Vom Bauplan bis zum Erstflug
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... jetzt geht's los ... |
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Im Jahr 1999
stand die Überlegung an, einen neuen Flugapparat zu bauen. Es wurde im Bauplanheft des VTH –
Verlags gestöbert. Nach langem Suchen und Tagen des
Zweifelns entschied ich mich, einen „Ersten Weltkrieg Doppeldecker“ zu
bauen. Sopwith Pup war der Bauplan meiner Wahl.
Zwei Meter Spannweite und Motoren ab zwanzig ccm Hubraum. Der Bauplan wurde bestellt und nach
Lieferung gesichtet. Was hab ich mir da angetan? Drei riesige Pläne raufkopiert auf
dies große Maß. Keine Angaben von Schwerpunkt, Einstellwinkel der
Flächen zum Rumpf und zueinander. „learning by doing“.
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Bauplan von Bob Griffiths |
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Alle Maße in Zoll |
Was für eine Freude ? |
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Spannten werden gesägt, Leisten im Baumarkt gekauft und gehobelt. Der obere Flächenpylon muss aus Alu gebogen werden, aber passt dann der Einstellwinkel noch? Voller Zuversicht und
eine Portion Selbstvertrauen lassen mich in meinem Tun nicht müde
werden. Rumpf und Leitwerke sind fertig. Die Lust am Bau ist aber langsam geschwunden. Der Rohbau wird mit dem Bauplan erst mal an die Seite gestellt. Dann widme ich mich anderen Dingen. |
| Rumpf und
Leitwerke sind
fertig |
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Wir schreiben das Jahr 2001. Der Rumpf meines Doppeldeckers steht
geduldig im Keller und wird gelegentlich von eine Ecke in die andere
gestellt. Es ist die Zeit gekommen, wo mich
der Bauteufel packt und ich voller Tatendrang an den Bau der unteren
Tragfläche gehe. Der Schlunz hat sich eingeschlichen. Die Fläche ist krumm. Als Flitzebogen wäre sie besser zu gebrauchen. Die Laune sinkt und der Rumpf muss auf seine Fläche länger warten. Wir stellen erst mal alles wieder in den Keller. |
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Starker Regen und man glaubt es kaum „Wasser im Keller“ |
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Hochzeit
mit zwei Flächen
Rumpf nach Anlagen und Motoreinbau |
Bis zu
den Knöcheln waten wir durchs Wasser. Einiges ist kaputt, und mein
schöner Rumpf steht im Wasser. Vergeblich versucht das Holz des Rumpfes
das Wasser aufzusaugen.
Schöner Mist!!!
Der Keller wird trocken gelegt und die Sopwith wird als Wasserflugzeug erst mal in die Garage gebracht. Nach einem halben Jahr hat sich das Wasserflugzeug in Wellen gelegt, und ist wieder trocken. Der Schaden hält sich in Grenzen, und ist mit Matte und Harz bald wieder behoben. Wo ich schon mal wieder dabei bin, kann ich auch weiter machen. Neue Flächen werden gebaut. Aber diesmal nicht aus Holz, sondern aus Styropor. Der Aufwand ist enorm. Kerne schneiden, Holme einziehen, teilbeplanken, überschüssiges Styropor rausschneiden. Sieht gut aus, und ist gerade. Weil es so gut läuft, wird die obere Fläche auch in Angriff genommen. Die Flächenaufnahmen und Pylonstreben werden mit eingearbeitet, Querruder abgetrennt, und verkastet. Bald wird Hochzeit gefeiert. Flächen werden am Rumpf angepasst, und erstmals wird der Einstellwinkel vermessen. Passt!!!! So langsam fang ich an mich unter Druck zu setzen, und mich auf einen Fertigstellungstermin festzulegen. Es ist noch einiges zu tun um den Flieger in diesem Jahr (2003) in die Luft zu kriegen. Als nächstes wird gebügelt. Zehn Meter Oracover Antik sind
verbügelt, und ich bin immer noch nicht fertig. Aber das Ende ist in
Sicht. Anlagen und Motoreinbau erfolgt nach Lackieren des Rumpfes. Plötzlich geht alles ganz schnell. Die Motorhaube, wird aus Styropor geschnitten und mit Balsa beplankt.Ruderanlenkungen und Streben werden angepasst. Der Schwerpunkt wird von mir grob festgelegt.Letzter Ruderscheck im Keller. Alles OK. Was fehlt? Gutes Wetter. |
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Erfolgreicher Erstflug am 28.10.2003 |
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Nach glücklicher Landung
Begutachtung und Fachsimpeln |
Am 28.10.2003 soll es endlich
soweit sein. Die Sonne
scheint, und ich hab mir extra eher freigenommen.
Mein Flieger wird auf dem
heimischen
Platz unter den Blicken meiner kritischen Kollegen aufgebaut. Ich bin
nervös und angespannt. Alles macht einen guten Eindruck, und wirkt sehr
zuversichtlich. Der Motor läuft, und der Reichweitentest ist auch gut
zufriedenstellend verlaufen. Nun muss ich wohl!!
Mit weichen Knien schieb ich Gas
rein, und die Pup fängt an zu rollen. Nach ca. 20 Metern hebt sie ab,
und fliegt. Nach fast dreijähriger Bauzeit, von Wasser umspült wieder in Angriff genommen, nach Rückschlägen und vom Ehrgeiz gepackt, es ist vollbracht. Es wird getrimmt, und geflogen, aber irgendwann muss ich landen. Landekurve einleiten, Gas raus, Schleppgas wieder rein, und langsam auf die Platzgrenze zufliegen. Aus Sicherheit mach ich den Motor kurz vorm Aufsetzen aus. Die Landung kann sich sehen lassen. Mein Doppeldecker rollt aus und steht. Mir fällt ein Stein vom Herzen, und die Anspannung legt sich so langsam.
Der Bau des Fliegers ist
somit erfolgreich abgeschlossen
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